Was macht eine glückliche Beziehung aus?

Was macht eine glückliche Beziehung aus?

Es scheint so, als ob heutzutage eine glückliche Beziehung zur Rarität geworden ist. Die einen sind dem Ghosting verfallen, die anderen berichten über andere ominöse Phänomene mit modernen Bezeichnungen, welche die Liebe mit sich bringt. Doch es gibt auch Menschen, die sich von diesen modernen Spielereien nicht beeindrucken lassen.

Sie führen gerne und auch lange eine Beziehung und lassen sich von all den wunderschönen Gefühlen, die die Liebe mit sich bringt, beflügeln. Was machen diese Menschen anders und unter welchen Gesichtspunkten kann eine Beziehung als glücklich bezeichnet werden?


Erkenntnisse aus der Positiven Psychologie zum Thema glückliche Beziehung

Menschen philosophieren gut und gerne über die Liebe und was eine glückliche Beziehung ausmachen sollte. Selbst die Wissenschaft hat sich dem Thema Liebe geöffnet und erforscht, unter welchen Voraussetzungen eine Beziehung zum Wohlergehen der Menschen beiträgt. Es ist eine recht junge und spannende Wissenschaft, die erst ca. 30 Jahre auf dem Buckel trägt. Anhand wissenschaftlicher Methoden wird versucht, die Liebe und Beziehungen ein bisschen besser zu verstehen und einen Erklärungswert zu bieten. 

Mit diesem Blogartikel möchte ich dir gerne ein gutes Verständnis einer glücklichen Beziehung bieten, dich zum Nachdenken bringen und dir zugleich einige Impulse schenken, damit auch du die Möglichkeit hast, dieses Wissen direkt in dein Leben und in deine Beziehung liebevoll zu integrieren. 

Glückliche Beziehungen: Liebe gibt uns Energie

Die Liebe verleiht uns wahrhaftig Flügel. Sind wir verliebt und gibt uns auch der andere das Gefühl, für ihn liebenswürdig zu sein, haben wir den Eindruck, vor Energie nur noch so zu strotzen. In solchen Augenblicken könnten wir sogar wahllos fremde Menschen umarmen, anlächeln und freundliche Worte aus uns heraussprudeln lassen. Einfach so. Und auch ohne darüber nachzudenken, was sie von uns halten könnten. Das Leben ist für uns rosig und nichts kann uns aufhalten. Man könnte sogar behaupten, wir stecken im Körper eines Superhelden, der kraftvoll und mit Leichtigkeit durch die Nacht zieht und jedes Hindernis aus der Welt schafft, welches sich ihm in den Weg stellt. 
Plötzlich sitzen wir auf der Couch, nehmen seit Jahren mal wieder die Gitarre in die Hand und klimpern Liebeslieder vor uns hin. Oder es sprudeln plötzlich schwedische Vokabeln aus uns heraus und die Fremdsprache kommt uns gar nicht mehr so schwer vor. 

Die Liebe, verbunden mit unserem erlebten Glück, bringt uns unerklärlicherweise zu eigenartigen Handlungen. Wir stehen plötzlich mitten im Park und fragen uns, was wir hier wollen, denn wir sollten eigentlich zum Mittagessen bei Mutti sein. Die Liebe kann verwirrend sein und doch bietet sie zahlreiche Vorteile. 

Die Vorteile der Liebe

Hast du dir schon mal die Frage gestellt, welche Vorteile die Liebe mit sich bringt? Besonders der erste Punkt sticht ganz gut hervor, denn es wirklich jeder Mensch schaffen, eine glückliche Beziehung aufzubauen.  

  • Liebe ist eine Fähigkeit, die erlernt werden kann 
  • Wer Liebe priorisiert, erhöht schneller seine Resilienz und rafft sich nach einem Knockdown rascher wieder auf
  • Liebe reicht für viele Menschen aus, denn sie ist unbegrenzt verfügbar 
  • Liebe und Sicherheit gehören zusammen und das Gefühl der Sicherheit kann über kurze Momente der Zuneigung, einer Berührung, einen sanften Blick oder der Tonlage der Stimme vermittelt werden
  • Wer Liebe anhand schöner und kleiner Momente erfährt, lebt insgesamt gesünder. Ein gesünderes Leben wiederum stärkt die Fähigkeit zu lieben  

Es sind nur ein paar kleine Vorteile der Liebe, doch ich finde, die haben es in sich!

 

Was macht nun eine glückliche Beziehung aus?

Ein ganz wichtiger Punkt, wenn nicht sogar der Allerwichtigste, ist, dass sich glückliche Paare die anfängliche ‚Blindheit‘ dem Partner gegenüber beibehalten. Mit anderen Worten haben sie die rosarote Brille in mancher Hinsicht noch immer auf und erleben ihren Partner kontinuierlich als attraktiv, witzig, intelligent, freundlich, schön und sexy. 

Diese Paare betrachten ihren Partner auch noch nach vielen Jahren als den idealen Partner für sich und sehen über seine Macken hinweg. So bleiben sie stets zufrieden und genießen die gemeinsame Zeit. Mit Macken sind wohlgemerkt keine destruktiven Verhaltensweisen gemeint. Das ist ein Thema für sich. 

Unabhängigkeit innerhalb der Beziehung leben

Ein weiterer Punkt ist die Unabhängigkeit in einer Beziehung. Der Partner braucht den Raum, um das zu tun, was er wirklich kann und liebt. Das klingt logisch und zugleich leicht beängstigend. Die Aussage suggeriert, dass man seinen Partner loslassen MUSS. Es bedeutet auch, dass der Partner weniger Zeit für die Beziehung hat. Womöglich lernt er neue Menschen kennen und darunter könnte sich neue potenzielle Konkurrenz befinden. Ja, das ist ein Graus. Doch hierbei wird eins übersehen. Der andere hat ebenfalls die gleichen Möglichkeiten, wenn er das tut, was er liebt und sich neuen Menschen öffnet.

Ist Angst die Basis für eine glückliche Beziehung? Von meiner Seite aus gibt es ein klares Nein. Unabhängigkeit in einer Beziehung führt tatsächlich zu mehr Wohlbefinden. Beide Partner gehen ihren Weg, kümmern sich um sich selbst, treffen ihre Freunde und lernen neue Menschen kennen. Sie bilden sich weiter, und zwar nicht nur beruflich, sondern auch in der Liebe. Sehen sie sich am Abend wieder, können sie bei einem Gläschen Wein und Kerzenschein über viele spannende Geschichten und Erlebnisse sprechen. Und plötzlich lodert wieder die Leidenschaft. Eine glückliche Beziehung lebt von Momenten der Unabhängigkeit beider Partner. 

Sichtbare Veränderungen

Die Weltanschauung ändert sich so langsam. Potenzielle Arbeitgeber duzen in ihren Stellenanzeigen und man liest immer häufiger das Wort: “Flache Hierarchien“. Die Menschen haben einen starken Wunsch danach, auf Augenhöhe miteinander umzugehen. Weg von dem autoritären Stil, in dem einer der Parteien viel mehr Macht über den anderen ausübt und hin zu einem freundlichen und wertschätzenden Miteinander, wo jeder gleich viel Verantwortung übernehmen und sich selbst entfalten kann. 
Eine glückliche Beziehung kann man sich also als flach hierarchisch vorstellen, und als das A & W – Modell bezeichnen; Augenhöhe und Wertschätzung. Das klingt stark nach einer positiven Wendung. Interesse an gemeinsamer Reise der Selbstverwirklichung


Vor knapp 200 Jahren waren die Menschen aus pragmatischen Gründen, wie der Sicherheit und des Schutzes, zusammen. Heute ist es so, dass Paare zusammenfinden, weil sie ein gemeinsames Interesse an Selbstverwirklichung und persönlicher Erfüllung hegen. Sie entscheiden sich bewusst und freiwillig füreinander. Es mag in erster Linie erfüllender und befriedigender für beide sein als es noch vor 200 Jahren war, doch fordert es allerdings auch von beiden Partnern insgesamt mehr Investition in Sachen Einsatz, Energie und Zeit, um eine erfolgreiche Beziehung zu gewährleisten. An diesem Punkt scheitern einige Paare und hier kann jeder für sich hinterfragen, woran es liegen könnte. Die elterlichen Vorbilder prägen häufig unsere späteren Einstellungen zur Liebe und Partnerschaft, deshalb ist es sinnvoll, sich an frühkindliche Situationen zu erinnern und zu schauen, welche Muster eine glückliche Beziehung verhindern. 

Wenn gar nichts mehr hilft

Es gibt einen charmanten Trick, um wieder etwas mehr Glück und Verbundenheit in die Beziehung zu bringen. Studien zufolge verliebt man sich eher, wenn man einer Person in einer bedrohlichen Lage, wie beispielsweise auf einer schwankenden Brücke, begegnet. 

Dieses Phänomen trägt in der Psychologie den Namen Erregungsübertragung. Es werden physische Symptome des Verliebtseins wie der schnellere Puls, der durch die Angst über die schwankende Brücke entsteht, auf das Gegenüber projiziert. Aufgrund dieser Erkenntnis eignen sich abenteuerliche Dates, die mit einer Prise Angst verbunden sind, hervorragend für Paare, die einen frischen und aufregenden Wind in ihren Beziehungsalltag bringen wollen. Dieses Investment lohnt sich definitiv. Probiere es selbst aus.