Glücklich werden

Glücklich werden

Ist es wirklich so schwer, glücklich zu werden, vor allem mit sich selbst? Viele Menschen leiden unter Depressionen. Lebensmüde. Erschöpfte Seelen. Depressiv zu sein ist zu einer Volkskrankheit geworden. 

Glücklich mit sich selbst…die Familie als Brutstätte für Depressionen

Schauen wir uns gemeinsam das Leben von Silvia an. Einer Dame, deren Leben sich mit 64 Jahren massiv veränderte. Doch wie lebte sie vorher und was war es für eine Veränderung, die sie wach rüttelte? 

Silvia wuchs in einer fünf-köpfigen Familie auf. Dabei war sie die Älteste von all ihren Geschwistern. Ihre Eltern schenkten ihr kaum Aufmerksamkeit, da sie mit den jüngeren Kindern sehr stark vereinnahmt waren. Silvia lernte somit schon sehr früh, auf ihren eigenen Beinen zu stehen und für sich selbst zu sorgen. Auch forderte sie keine Aufmerksamkeit. Sie war einfach für sich genommen ein stilles und ruhiges Kind, welches keinen Ärger machte und sich auch nicht beschwerte. War sie so glücklich? Wer weiß das schon. Sie nahm die familiäre Situation einfach hin. In der Schule half ihr niemand, zumindest nicht ihre Eltern. Doch erwarteten sie stets gute Noten. War das mal nicht der Fall, tadelten und belehrten oder ignorierten sie sie einfach. 

Hobbys hatte sie wenige. Sie malte hin und wieder sehr gerne. Und wenn sie es tat, dann wirkten ihre Zeichnungen irgendwie trist. Sie benutzte dunkle Farben, meistens schwarz. Wenn sie mal ihre Familie malte, stand sie immer abseits, als wäre sie eine Einzelgängerin. 

Glücklich durch Vorbilder?

Vorbilder prägen uns unbewusst

Sie hatte eine Schulfreundin, die sie aber sehr selten außerhalb der Schule sah. Trafen sie sich doch einmal, genoss Silvia diese magische Freiheit. Die Mutter ihrer Freundin war ganz anders. Warmherzig, interessiert und großzügig. Sie fragte die beiden Mädchen, wie der Tag in der Schule war, erklärte die Hausaufgaben und kochte dazu auch mal köstliche Gerichte für Kinder. Als Dessert gab es dann auch mal etwas Süßes, wie Eis oder Schokoladenkuchen. 

Silvia hatte schließlich einen Vergleich, wie es auch anders sein kann. Bislang nahm sie an, dass alle Familien so sind wie die ihre. Sie täuschte sich. Viele Jahre lebte sie in diesen kaltherzigen Fängen ihres Familiensystems. Das Gefühl, dieser Situation, ja, diesem Leben vollkommen ausgeliefert zu sein, vereinnahmte sie so stark, dass sie immer kränker wurde. Mit kleinen Symptomen fing es an und endete schließlich in einer diagnostizierten mittelschweren Depression. 

Die große Veränderung

Der Arzt legte ihr nahe, einen Therapeuten aufzusuchen. Sie fand schließlich einen Therapieplatz und begann ihre neue Reise. In den Sitzungen lernte Silvia, dass sie sich selbst aus der Situation befreien kann. Sie verstand plötzlich, dass sie die Macht und die Kraft in sich trug, eine Veränderung herbeizuführen. Natürlich ging das nicht von heute auf morgen. Es war ein langer Prozess von mehr als zwei Jahren. Die Therapie hätte noch einige Monate gedauert, wenn da nicht diese eine winzig-große Veränderung passiert wäre. 

Silvia fing an zu malen. Doch diesmal mit bunten Farben. Sie nahm ihr Leben in die eigene Hand, so, wie sie es auch als Kind schon tat. Lediglich änderte sie ihre Sichtweise auf ihre erlebte Situation. Sie fühlte regelrecht, wie sehr ihr das Malen Spaß machte. Auch konnte sie eine Sache kaum fassen, als sie beschloss, ihre bunten künstlerischen Arbeiten, auszustellen. Tatsächlich ist sie heute eine sehr bekannte Künstlerin und erfreut sich an dem großen Interesse anderer Menschen an ihren Werken. 
Die Kunst, sich selbst zu lieben 

Kraft und Selbstwert steigen wie von allein an

Was ist hier passiert? Silvia verspürte durch das Malen wieder einen Sinn in ihrem Leben. Sie bekam Aufmerksamkeit und Bewunderung von anderen Menschen. Allein dadurch, weil sie etwas machte, was ihr selbst eine große Freude bereitete. Durch ihre Leidenschaft zog sie auch Menschen in ihr Leben, die wiederum ihre Werke mit einer brennenden Leidenschaft genossen. Sie hangen sich sogar ihre bunten Arbeiten in ihren Wohnungen auf. Sie erntete viele Komplimente du Aufträge. 

Doch das aller aller Wichtigste war für Silvia die Erfahrung, sich selbst aus einer wirklich miesen Lebenssituation herauszuholen. Sie hatte es die ganze Zeit selbst in der Hand. 

Sicherlich war sie durch ihre Familie stark geprägt und sie hatte den Eindruck, dass dieses Leben *normal* sei. Und sicherlich half ihr auch der Therapeut dabei, einige wichtige Einsichten zu gewinnen. Doch Wissen allein ist nicht so viel wert, wie die eigene Handlung in Kombination mit dieser Theorie. Erst durch das Handeln erlebte sie ganz neue Kraft in sich. Ihr Selbstwert stieg deutlich an und die Depression verschwand. 

Seligman sagte einmal, dass es wichtig ist, seine Stärken im Alltag zu nutzen und zu fördern, denn es macht uns Menschen aufrichtig glücklich! 

Glücklich!
Vor allem mit uns selbst.