Beziehungen – der Weg zum Beziehungsglück

Beziehungen – der Weg zum Beziehungsglück

der heimlicher Wunsch

Jeder wünscht sich im Innersten seines Herzens eine dauerhaft glückliche Beziehung. Dieser Begriff steht meistens im unmittelbaren Zusammenhang mit einer Partnerschaft als Zweierbeziehung. Doch das ist nur eine Facette. Beziehung wird definiert „als Verbindung zwischen Einzelnen auf der Grundlage eines inneren Zusammenhanges und/oder eines wechselseitigen Verhältnisses“. Insofern besteht durchaus auch eine Beziehung innerhalb der Familie mit mehreren Generationen wie die Eltern-Kind-Beziehung oder die Großeltern-Enkel-Beziehung. Jeder an dieser Familienbeziehung Beteiligte wünscht sich im Umgang miteinander Glück mit Attributen wie Zufriedenheit, Wohlbefinden bis hin zu Achtsamkeit und Toleranz. 
Doch das ist gar nicht so einfach. Der Teufel steckt im Detail, sprich im Lebensalltag, und der Schwachpunkt ist der Mensch. An ihm scheitern, wie die Statistiken aussagen, reihenweise positive Beziehungen. 

Für Glück gibt es vielfältige Interpretationen, die ganz individuell empfunden und definiert werden. Der eine empfindet das, also sein persönliches Glück als eine insgesamt erfreuliche Gemütsverfassung, für den anderen ist das Glück ein emotionaler Zustand innerer Befriedigung bis hin zu Hochstimmung. Heutzutage weiß man, dass Glück eine Empfindung ist, die durch Botenstoffe des Gehirns ausgelöst wird. Zu ihnen gehören Endorphine und Neurotransmitter. Die werden bei verschiedenartigen Aktivitäten freigesetzt und entwickeln unter anderem solch positive Regungen wie das Glücksgefühl. Im Grunde genommen definiert und empfindet jeder „sein Glück auf seine Weise“. Menschen sind verschieden, und ebenso auch ihre Glücksempfindungen. 

Das Schöne an einer Beziehung, sei es zu Zweit oder innerhalb einer Gruppe ist die Tatsache, dass alle Betroffenen dasselbe mit dem Begriff Glück meinen respektive empfinden. Wie man sagt, macht es erst dann so richtig glücklich, wenn man das Glück mit dem anderen teilen kann. Im Gegensatz dazu heißt es, dass geteiltes Leid halbes Leid ist. Teilen und Teilen ist also keineswegs dasselbe! 

Alle Beziehungen haben ihre Eigenarten bis Alleinstellungsmerkmale

Als zwischenmenschliche bezeichnet die Soziologie eine Beziehung von zwei Personen oder Gruppen, deren Denken, Handeln oder Fühlen gegenseitig aufeinander bezogen ist.
Soziale, gesellschaftliche respektive familiäre Beziehungen reichen von der Freundschaft über die Partnerschaft bis hin zur Eltern-Kind-Beziehung mit ihren Blutsbanden. Ziel jeder dieser Beziehungen ist es, ein Höchstmaß an Glück zu empfinden, möglichst glücklich zu sein. Doch weder die glückliche Beziehung noch positive Beziehungen sind ein Selbstläufer. Vielmehr muss jeder an einer Beziehung Beteiligte dauerhaft daran arbeiten. Das gilt für eine Zweierbeziehung ebenso wie für eine mehrköpfige Familie mit zwei und drei Generationen unter einem Dach. 

Ob das geht und wie es möglich ist, positive Beziehungen zu entwickeln und zu bewahren, darüber gibt es eine buchstäblich große Vielfalt an Literatur online und offline. Insofern braucht „das Rad glückliche Beziehung“ nicht neu erfunden zu werden. Vielmehr geht es darum, einige wenige essentielle Aspekte herauszustellen, die geradezu ein Garant für Glücksbeziehungen sind; oder anders gesagt, ohne die eine positive, glückliche bis zufriedene Beziehung nicht möglich ist. Das Spektrum reicht von A wie Achtsamkeit oder Akzeptanz über S wie Streitkultur bis Z wie Zuhören. 

Achtsamkeit:

Der Begriff ist gleichbedeutend mit Aufmerksamkeit, Interesse, Teilnahme, Umsicht oder Vorsicht. Achtsam zu sein, und zwar sowohl in der Partnerschaft als auch innerhalb einer Familie, bedeutet herauszufinden, was dem/den anderen wichtig ist, ohne sofort eine subjektive Bewertung vorzunehmen. Den oder die anderen zu beachten, sie zu achten heißt, ihnen in jeder Tages- und Lebenssituation eine angemessene Bedeutung zu geben. Die Grundlage dafür ist Artikel 1 des Grundgesetzes, wonach die Würde des Menschen unantastbar ist; jeder ist dazu verpflichtet, sie zu achten und zu schützen. Im partnerschaftlichen oder familiären Miteinander muss es jedem geradezu ein persönliches Bedürfnis sein, den anderen zu achten und zu respektieren.

Akzeptanz:

Sie ist die grundsätzliche Bereitschaft, den anderen als Partner oder als Familienangehörigen anzunehmen, ihn als solches anzuerkennen und mit ihm im weitesten Sinne einverstanden zu sein.
Jeder kennt den Begriff der Akzeptanz, und dennoch wird sie ganz unterschiedlich gelebt. Im Ergebnis ist sie „ein Mix aus Kopf und Gefühl“. Auf die Partnerschaft oder das Familiengefüge bezogen heißt Akzeptanz, den anderen mit seinen Stärken und Schwächen so anzunehmen, wie er ist. Ein hohes Maß an Akzeptanz ist sehr wichtig in Beziehungen und verursacht beim Gegenüber das Empfinden, geliebt zu werden. Unterm Strich wird akzeptiert, dass der andere ein Recht dazu hat er selbst zu sein.

Ehrlichkeit:


Niemand wird gerne belogen oder wissentlich hintergangen. Innerhalb der Partnerschaft oder im Familienverbund ist ehrlich zu sein gleichbedeutend mit Fairness, Geradlinigkeit und Offenheit bis hin zur Wahrheitsliebe. 
Zwischen der Lüge als einer bewusst falschen, täuschenden Aussage und einer Unehrlichkeit liegt eine kaum definierbare Grauzone. Partnerschaftliche Ehrlichkeit beinhaltet ein Informieren des anderen über sämtliche Angelegenheiten, die für alle Beteiligten wichtig sind. Dazu gehören schöne, aber auch weniger bis unschöne Dinge. Entscheidend ist die Relevanz für den Partner und für die Partnerschaft respektive für die Familie und deren Angehörige. Ehrlichkeit sowie Offenheit können manchmal auch wehtun; dennoch müssen sie in Beziehungen sein.

Freiraum:


Er ist ganz allgemein die Möglichkeit und Chance, eigene Ideen sowie Kräfte zu entwickeln und sie innerhalb der Partnerschaft auszuleben. Zwei Partner gehen eine Partnerschaft ein, ohne dadurch ihre Persönlichkeit aufzugeben. Das erfordert intellektuellen, körperlichen und zeitlichen bis hin zu finanziellen Freiraum. Den Kindern wird im Rahmen der Erziehung ein altersgemäßer Freiraum eingeräumt. Der erweitert sich im Laufe der Jahre mit zunehmender Reife und prägt die individuelle Persönlichkeit; unter anderem auch für eine spätere Partnersuche. Dort beginnt dann „der Kampf um den Freiraum“ so wie vorstehend beschrieben.

Streiten:

Streiten ist etwas anderes als Zanken. Sich zu streiten hat zum Ziel, die eigene Meinung gegenüber dem Partner oder innerhalb einer Gruppe durchzusetzen. Hier geht es um die Sache, beim Zanken hingegen um die Person des Gegenübers. Ziel eines Partnerschafts- oder Familienstreits ist das Finden einer akzeptablen Lösung, nicht das Rechthaben und Beharren auf dem eigenen Standpunkt. Ohne einen “kultivierten Streit“ ist kein Miteinander und Zusammenleben möglich, weil Familienangehörige und Partner naturgemäß andere Empfindungen, Meinungen, Auffassungem und Erfahrungen haben. Die müssen beim Miteinander von zwei und mehr Personen immer kompatibel, in dem Sinne zueinander passend gemacht werden; und das oftmals mit einer gehörigen Portion an Akzeptanz.

Toleranz:

Die Zahl an Synonymen ist vielfältig; von Aufgeschlossenheit über Duldsamkeit, Entgegenkommen, Nachsicht oder Humanität bis Vorurteilslosigkeit. In der Partnerschaft ist Toleranz die innere Bereitschaft, eine abweichende Sichtweise des Partners oder des Familienangehörigen nicht nur zuzulassen und zu dulden, sondern sie ausdrücklich anzunehmen und in dem Sinne zu tolerieren.Mangelnde Toleranz ist der Anlass zum Streiten; eine hohe Toleranzschwelle auf allen Seiten hingegen ein Schlüssel zur Zufriedenheit mit dem/den anderen sowie mit sich selbst. Im weitesten Sinne sorgt Toleranz auch für Wohlbefinden im Lebensalltag.

Vertrauen:

Es ist eine der wichtigsten emotionalen Bindungen innerhalb von Familie und Partnerschaft. Vertrauen ist die subjektive Überzeugung oder ein persönliches Gefühl in die Richtigkeit sowie in die Wahrheit von Handlungen, Einsichten und Aussagen desjenigen, dem vertraut wird. Vertrauen und Ehrlichkeit sind wie ein Junktim; eins ist nur zusammen mit dem anderen möglich. Vertrauen in Partnerschaft und Familie heißt auch, sich in jeder Lebenslage und Situation auf den anderen verlassen zu können. Einerseits wird ihm etwas anvertraut, andererseits vieles zugetraut. Vertrauen ist immer ein emotionales sowie gefühlsmäßiges Geben; wie man sagt eine Investition in die Partnerschaft sowie in das familiäre Miteinander. Vertrauen ist ein Grundfundament im gesellschaftlichen und sozialen Miteinander. Die Bandbreite reicht vom Vertrauensvorschuss bis zum Vertrauensmissbrauch und der daraus resultierenden persönlichen Enttäuschung.

Zuhören

Das Zuhören ist mehr als nur das Hören als akustische Wahrnehmung; 
Zuhören bedeutet, dem anderen seine eigene Aufmerksamkeit zu geben und sich ihm zuzuwenden. Innerhalb der Kommunikation mit dem Dialog ist das Zuhören mit am schwierigsten. Im gegenseitigen Umgang, und zwar ganz besonders in der Familie sowie in der Partnerschaft, gehört das Zuhören zum sozialen Miteinander. Zuhören ist gleichbedeutend mit persönlicher Anteilnahme, mit Verständnis und Empathie. Umgekehrt ist es umso schlimmer, weil ein Nichtzuhören als Ignoranz empfunden wird, bis hin zur persönlichen Ablehnung. Zuhören bedeutet, den oder die anderen – ausreden zu lassen – nicht zu unterbrechen – Unklarheiten zu hinterfragen – Zum Sprechen, Reden oder Erzählen ausdrücklich zu ermutigen – …..insgesamt zu animieren das zu sagen, was von Beginn an beabsichtigt war.