5 Verhaltensweisen mit denen wir unseren Glück schaden

5 Verhaltensweisen mit denen wir unseren Glück schaden

Schlechte Gewohnheiten und unser Glück

Wer wünscht sich nicht ein glückliches und zufriedenes Leben. Ich denke, jeder von uns hat schon einige Male darüber nachgedacht, wie er es schaffen kann, noch mehr Zufriedenheit und Glück in sein Leben zu bringen. Auch ich selbst, habe mich schon zigmale aufgemacht das große Glück zu finden; immer auf der Suche nach den entscheidenden Hinweisen, den letzten Puzzleteil dafür.

Dabei musste ich feststellen, dass ich viel zu viel Wert auf äußere Umstände gelegt habe und die innerern Werte vernachlässigt habe. Äußere Umstände können unseren Glückszustand zwar kurzfristig beeinflussen, aber auf längerer Sicht kehrt er immer wieder auf das ursprüngliche Niveau zurück.
Glück und Zufriedenheit erfordert innere Disziplin. Durch Arbeit an unseren Fähigkeiten können wir lernen glücklich zu sein. Mehr lesen in diesen Beitrag: mehr Lebensfreude – auf den richtigen Weg mit diesen Tipps


Doch genau wie Fähigkeiten gibt, die unser Glück fördern, gibt es auch Verhaltensweisen, mit denen wir uns selbst schaden. Ich möchte dich mit diesem Beitrag auf ein paar schlechte Gewohnheiten von uns Menschen aufmerksam machen. Mit diesen 5 Verhaltensweisen schaden wir uns selbst und unsere Zufriedenheit und Glück leiden darunter.Vielleicht kommt dir das eine oder andere ja bekannt vor und du erkennst dich oder einen anderen Mitmenschen darin wieder.

1.Unzufriedenheit durch Routinen:

Das Leben der meisten Menschen besteht aus Routinen und Sicherheiten. Wir erhalten dadurch das Gefühl alles im Griff zu haben. Doch genau diese Routinen können zur Unzufriedenheit führen.  Der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier und Dinge oder Erlebnisse die uns einmal glücklich gemacht haben, versuchen wir zu wiederholen.  Wir entwickeln Routinen, kaufen immer im gleichen Geschäft ein, gehen ins gleiche Restaurant und planen immer wieder die gleichen Reisen. Somit bleibt kaum Platz für neues im Leben.

Doch wenn wir aufhören neue Erfahrungen zu sammeln und den immer gleichen Routinen verfallen, gewöhnen wir uns zu sehr an die gleichen Ereignisse und Abläufe, was dazu führt, dass wir unzufrieden werden. Wir sollten alte belastende Gewohnheiten erkennen und sie hinter uns lassen um Platz zu schaffen für Neues.

Doch um das Neue zuzulassen, benötigen wir meist etwas Mut und auch den Willen etwas zu ändern. Doch leider fehlt den meisten Menschen der Mut zur Veränderung. Sie haben aufgehört zu wachsen und leben in ihren Alltagstrott, der sie zwar nicht zufrieden macht, doch ihnen ein Gefühl von Sicherheiten und Überschaubarkeit vermittelt. Wir sollten unsere alltäglichen Muster durchbrechen und offen sein für neue Erfahrungen. Es ist wichtig, dass wir auch mal bereit sind unsere Komfortzone zu verlassen und uns neuen Herausforderungen stellen. Oft reichen schon kleine Veränderungen und eine bewusste Lebenseinstellung für neue Erlebnisse oder Erfahrungen.

2.Sich der Veränderung widersetzen

Schmerzvolle Erfahrungen sind unvermeidbar im Leben. Wir alle müssen sie früher oder später machen. Doch oft liegt es auch an uns, ob der Schmerz vergeht oder anhält. Loslassen können ist oft alles andere als einfach. Die Vergangenheit hinter sich zu lassen oder vergangenes richtig zu bewältigen ist für manche eine große Herausforderung. Die wenigsten von uns haben gelernt wie sie mit vergangenen bzw. ihren emotionalen Erlebnissen von früher richtig umgehen sollten. Dabei geht es nicht um vergessen, sondern die Gefühle und Emotionen die deine Vergangenheit hervorruft zu verstehen und gegebenenfalls zu ändern.

Jack Kornfield hat dazu einmal gesagt:“Die Dinge loszulassen bedeutet nicht, sie loszuwerden. Sie loslassen bedeutet, dass man sie sein lässt.”


Ein nicht akzeptieren Wollen der Situation oder das Festhalten an vergangenen schlimmen Ereignissen verhindern jeden Weg zu einer glücklichen Gegenwart. Wir sollten lernen, dass Schmerz natürlich ist und zum Leben dazugehört. Schmerz ist unvermeidbar, doch unser Leiden schon. Schmerz ist physisch, Leiden geistig.

Alles Leben kennt Schmerz, doch ein weise gelebtes Leben ist frei von Leid. Ein weißer Mensch begegnet den Unvermeidlichen liebevoll und leidet daher nicht. Er kennt den Schmerz, doch der Schmerz lässt ihn nicht zerbrechen. Wenn er kann, unternimmt er alles um das Gleichgewicht wieder herzustellen. Wenn nicht, lässt er er die Dinge ihren Lauf nehmen. 

Wir brauchen mehr Gelassenheit den Dingen gegenüber, die wir nicht ändern können. Durch das Leid das wir uns selbst zufügen, entsteht Anspannung, Selbstzweifel, Stress und Angst. Manchmal müssen wir einige Dinge auch einfach mal hinnehmen können, um überhaupt das Glück zuzulassen.

3.Sich selbst zu viele Grenzen setzen

Wie gut wir in unseren Leben zurechtkommen, hängt stark davon ab, welche Glaubenssätze wir haben. Also welche Meinungen und Werte wir vertreten, welche Vorstellungen und Erwartungen wir haben und welche Erfahrungen wir gemacht haben.Glaubenssätze sind tief verankerte Überzeugungen und Einstellungen. Je nachdem wie unsere Glaubenssätze in bestimmten Situationen sind, so fühlen wir – was wiederum unser denken und handeln beeinflusst.

Positive Glaubenssätze wecken in uns Gefühle wie Neugierde, Lebensfreude und Tatendrang, während negative Glaubenssätze zu belastenden Gefühlen wie Wut, Angst und Trauer führen.

Doch wie erkennen wir negative Glaubenssätze und wie lösen wir sie auf?
Oft stecken wir in gewissen Glaubensstrukturen fest, die alles andere als gut für uns sind. Vielleicht haben wir sie uns selbst eingeredet oder übernommen, von unseren Eltern oder Vorbildern.Zuallererst sollten wir uns bewusst werden, was unsere Glaubenssätze sind, woher sie kommen und welche nicht gut für uns sind. Besonders Verallgemeinernde Sätze mit Wörtern wie “immer, nie, alle, jeder” entsprechen selten der Wahrheit und sollten wir genauer unter die Lupe nehmen.

Beginne deine negativen Glaubenssätze nach Berechtigung zu hinterfragen und wandle sie um in positive Glaubenssätze.  

Beispiel: aus einen :”ich schaffe nie etwas”, könntest du ein: “ich habe schon so viel erreicht in meinen Leben”, machen. Und erinnere dich dabei an deine Erfolge in deinen Leben, damit sich dein neuer Glaubenssatz wahr anfühlt.


Noch zu erwähnen sind die Dinge, die wir oft zum Selbstschutz unternehmen um den Gefahren unserer Glaubenssätze aus den Weg zu gehen. So wird jemand der nicht mit unangenehmen Situationen umgehen kann, oft schon frühzeitig den Rückzug antreten. Er wird versuchen alle schwierigen Situationen zu meiden, doch bleiben ihm so auch viele Möglichkeiten im Leben verwehrt. Oder wenn jemand von sich selbst denkt, er genüge nicht und dann wie wild sich und alle anderen vom Gegenteil überzeugen will. Menschen die sich durch ihren Perfektionismus komplett verausgaben.

4.Unendliches Begehren:

Wir gewöhnen uns viel zu schnell an die guten Dinge im Leben. Alles wird selbstverständlich. Erbrachte Leistungen und unsere Güter, die wir erarbeitet haben, machen uns nur kurz glücklich. Unsere Ansprüche steigen stetig.

Genügsamkeit ist ein Zauberwort, dass in der heutigen Zeit wohl viele nicht mehr zu kennen scheinen. Doch ohne Genügsamkeit wird kein Mensch je zufrieden werden. Unser ständiges Verlangen nach mehr und mehr macht uns unglücklich. Die meisten von uns leben in Überfluss und wollen doch immer mehr. Doch wie ich schon anfangs erwähnt hatte, haben äußere Umstände, also auch Geld und Luxus nur wenig mit unseren langfristigen Glücksniveau zu tun. Für Menschen an der Armutsgrenze spielt Geld natürlich eine existenzielle Rolle, doch ab einen gewissen Jahreseinkommen verliert es immer mehr an Wichtigkeit und beeinflusst unser Wohlbefinden nur noch wenig.

5.Vorliebe und Abneigung: 

 die Krankheit des Geistes

Ich muss zugeben, ich bin ein großer Bewunderer der buddhistischen Denkweisen oder von der Wissenschaft des Geistes, wie die buddhistischen Mönche gerne sagen. Schon viele Jahrhunderte sind die Mönche bemüht Wege zu finden um ein zufriedenes, ausgeglichenes Leben zu führen. Ich habe ein schöne Anekdote von einen großen Zen-Meister gefunden, die ich gerne mit dir teilen möchte:

Der große Weg ist nicht schwer, wenn du keine Vorlieben hast und nicht wählst.

Sind Liebe und Hass abwesend, wird alles klar und unverhüllt.

Triffst du aber die kleinste Unterscheidung, sind Himmel uns Erde auf einmal unendlich weit auseinander.

Willst du die Wahrheit sehen, halte an keiner Meinung für oder gegen etwas fest.

Der Kampf zwischen Zuneigung und Abneigung ist die Krankheit des Geistes.

Schöne Worte von Zen-Meister Sosan. Und für einen Mönch kann das ja funktionieren, doch wie ist es mit uns Nicht-Mönche. Schließlich sind tagtäglich Entscheidungen zu treffen und wir können nicht Nicht-Wählen. Außerdem ist Nicht-Wählen doch auch eine Wahl oder?

Trotzdem, ich versuche dir den Sinn und die Bedeutung seiner Worte näher zu bringen, denn auch wir Nicht-Mönche können daraus einen Nutzen ziehen.
Der große Weg ist nicht schwer, er erscheint nur schwer, weil du ihn schwer machst, meint Sosan. Sicher trifft das nicht immer zu, aber oft machen wir uns selbst das Leben schwer, indem wir wählen, indem wir Unterschiede machen.

Sosan sagt:”Liebe ist einfach, Hass ist einfach, aber sobald du wählst, sobald du sagst: Ich will nur lieben, ich will nicht hassen, wird es schwierig.

Wenn du wählst und Unterschiede machst, wird dein Blick verfärbt und du kannst nicht mehr klar sehen.”Was meint er damit?
Er versucht uns durch seine Worte zu sagen, dass vieles im Leben keine Gegensätze sind, sondern die zwei Phasen ein und desselben Vorganges

Wir müssen das Leben in seiner Ganzheit sehen. Leben und Tod zusammen, Liebe und Hass zusammen, Glück und Unglück zusammen… Wir sollten den Leben offener gegenüberstehen und bewusst auf unser Wählen achten. Die kleinste Unterscheidung, die unbedeutendste Wahl und wir sind geteilt. Sobald wir eine Vorliebe für etwas haben, werden wir angespannt und geraten unter Stress. Besonders die Dinge, die wir nicht ändern können, weil die Folgen zu weitreichend wären oder sich das Leben anders entschieden hat, müssen wir versuchen zu verstehen.

Diese 5 Verhaltensweisen laufen meist unbewusst ab und wir sind uns gar nicht bewusst, dass wir uns dadurch selbst das Leben schwer machen. Doch mit diesen Wissen und einem achtsameren Umgang mit unseren Gedanken und Gefühlen können wir mehr zufriedener werden und mehr Lebensfreude erhalten.